„Gewinner unter sich“

Start zur Kooperation von PGH und Körschtalschule

Der Auftakt war schon mal nicht schlecht: Strahlender Sonnenschein, mäßige, Fussball-konforme Temperaturen und 17 Kicker aus den fünften bis siebten Klassen von PGH und Körschtalschule. Start der gemeinsamen Arbeitsgemeinschaften der beiden Schulen, begleitet am Anfang auch von Lehrern und Schulleitungsmitgliedern, die neugierig waren, wie das denn wohl aussieht, wenn die Schüler der beiden so unterschiedlichen Schulen aufeinander-„prallen“. Auch die lokale Presse war dabei und konnte sich davon überzeugen: Das passt!

„Gewinner unter sich“

KV-Gastgeber Rudi Müller hieß die Schulvertreter Uwe Stigelmeier vom PGH, sowie Stefanie Lenuzza und Birgit Menzel für die Körschtalschule herzlich willkommen. Auf dem Kunstrasenplatz des KV am Wolfer sollen die Nachwuchs-Kicker der beiden Schulen in diesem Schuljahr unter Leitung des KV-Trainers und Elternbeiratsmitglied am PGH, Michael Mattig-Gerlach, zu einem Team zusammenwachsen. Für die Schulen, so die Lehrer und Mitglieder der Körschtalschulleitung gehe es darum, die räumliche Nähe der beiden Schulen sehr viel besser als bisher zu nutzen, um das Angebot für die SchülerInnen vor allem auch im AG-Bereich zu verbessern. Außer der Fußball-AG, die jeweils mittwochs von 13.45 bis 15.45 Uhr am Wolfer stattfindet, werde es in Kürze auch einen gemeinsamen Unterstufenchor und ein Unterstufen- Orchester geben. Man werde damit in diesem Jahr das gemeinsam angehen, was mit überschaubarem organisatorischem Aufwand realisierbar ist.

Über Kooperationen reden ist das eine, konkrete Schritte in der Praxis zu unternehmen das andere. Bei all den Maßnahmen in diesem oder auch in den kommenden Schuljahren werde es darum gehen, den Schulstandort Plieningen-Birkach so attraktiv wie möglich zu machen. Paracelsus-Gymnasium-Hohenheim und Körschtalschule müssten für die Eltern und SchülerInnen in diesen beiden Stadtteilen eine selbstverständliche Adresse werden, wenn es um weiterführende Schulformen gehe. Dazu gehöre natürlich, neben dem attraktiven Unterricht selbst, auch das „Rahmenprogramm“ bestens zu gestalten. Beide Schulen organisierten sich in der Zukunft als Ganztagesschulen mit Mittagsessen und entsprechend sinnvoller Betreuung am Nachmittag.

Viel zu viel Theorie für die Kicker, denen das alles ziemlich egal war. Denn irgendwie steht ja in der Fussball-AG das Runde im Mittelpunkt, das ins Eckige sollte. Leider hatte der Trainer unterstützt von zwei Oberstufen-Mentoren der Körschtalschule erst mal Warm-Laufen und Ballübungen auf dem Programm. Der hatte dafür auch eine sehr einleuchtende Erklärung: Zum einen sei Aufwärmen vor jedem Training Pflicht, zum anderen wollten die Trainer erst einmal den „Ist-Stand“ der Kicker herausbekommen. Da treffen Vereins-Kicker auf Straßen-Kicker, trainierte Jugendliche auf Fussballfreunde, die gemeinsam mit dem Rest der Republik haben, dass mit ihrer Spielanalyse und „ihren“ Aufstellungen die Nationalelf jedes Turnier gewinnt.

Theorie und Praxis sind aber oft sehr weit auseinander. Das habe dann zur Konsequenz, dass in solchen „gemischten“ Trainingsgruppen die Gefahr von Verletzungen am größten ist. Diese Gefahr nimmt im gleichen Maße ab wie „Kompetenz“ zunimmt. Also wurde wacker Flachpass, Fußball-Tennis und Dribbeln geübt, bevor dann doch noch das erste große Kooperations-Match auf dem Wolfer stattfinden konnte.

Da ging es dann munter hin und her, es fielen Tore wie vom Fließband – und die Trainer hatten reichlich Gelegenheit, aus dem Taktik-freien Gerenne so nach und nach ein Fußballspiel werden zu lassen. Gewinner unter sich, die Blase im Schuh – eben noch der Grund für das Aussetzen beim Technik-Training – war plötzlich vergessen. Es ging um den Sieg zweier ausgeglichener Mannschaften. Wie es ausging? Unwichtig. Wer wo gespielt hat? Unwichtig. Es fielen Tore und die waren alles andere als „von schlechten Eltern“. So macht Kooperation Spaß.

Michael Mattig-Gerlach